Mustervertrag nach 119b sgb v

Im Idealfall sollten Hausärzte Patienten aus mehr als einem Bezirk nicht behandeln, um Spillover-Effekte zu vermeiden. Die Erstattungsstruktur der teilnehmenden Hausärzte soll dies unterstützen. Die Pflege, die sich über mehr als einen Bezirk erstreckt, ist jedoch kein Ausschlusskriterium. Während der Auswertung werden etwaige Überschneidungen, d. h. Ärzte, die sowohl in der Interventions- als auch in den Kontrollgruppen die Bewohner betreuen, im statistischen Modell anhand entsprechender Kontrollvariablen identifiziert und ausgeglichen. Shield R, Rosenthal M, Wetle T, Tyler D, Clark M, Intrator O. Medizinisches Personal Engagement in Pflegeheimen: Entwicklung eines konzeptionellen Modells und Forschungsagenda. J Appl Gerontol. 2014;33(1):75–96.

Die Studie wird in (mindestens) 32 NHs in sechs Landkreisen des Saarlandes (Regionalverband Saarbrücken, Saarpfalz-Kreis, Neunkirchen, St. Wendel, Merzig-Wadern, Saarlouis) durchgeführt. Eingeschlossen sind NHs mit mindestens 50 Einwohnern; jede teilnehmende Institution muss vor der Randomisierung ihre Zustimmung geben. In der Interventionsgruppe wird die Zusammenarbeit der Pflegeeinrichtung mit den teilnehmenden Ärzten durch eine Kooperationsvereinbarung (gem. S. 119b Abs. 2 SGB V) unterstützt. Alle Einwohner, die an teilnehmenden NHs im Saarland leben, werden in die Beurteilung des Primärergebnisses (Basisfallanalyse, Bevölkerungsebene) einbezogen, sofern sie über SHI versichert und von ihrer Krankenversicherung (Pflegegrad) nach einer Pflegebedürftigkeit klassifiziert sind. Darüber hinaus werden diese Bewohner auch in die Analyse der sekundären Ergebnisse einbezogen.

Analysen von Sekundärergebnissen auf der Grundlage primärer Daten (z. B. Lebensqualität) dürfen nur an Gebietsansässigen durchgeführt werden, die die Intervention erhalten (da nur diese Personen ihre schriftliche Zustimmung erteilen). Die vertragliche Grundlage für die medizinische Versorgung der SaarPHIR-Bewohner ist eine selektive Vereinbarung mit ihren jeweiligen Krankenkassen. Interessierte Ärzte können an der Studie teilnehmen, wenn sie Mitglied des Saarländischen Verbandes der gesetzlichen Krankenkassen sind und in einer Allgemeinpraxis im Saarland arbeiten. Zusätzlich zu ihrer eigenen Zustimmung zur Teilnahme an SaarPHIR müssen sie die Bewohner mindestens einer der teilnehmenden NHs medizinisch versorgen. Für Hausärzte aus der Interventionsgruppe ist zusätzlich die Genehmigung eines Kooperationsvertrages nach Artikel 119b Absatz 2 SGB V zur “Förderung einer kooperativen und koordinierten medizinischen und pflegerischen Versorgung in häuslichen Pflegeeinrichtungen” (Anhang 27 BMV-Ä) erforderlich. Die politische Antwort darauf war die Einführung von Kooperationsverträgen zwischen Hausärzten und NHs im Sozialgesetzbuch (SGB) V; insbesondere Vereinbarungen nach dem SGB V) im Jahr 2008. In den folgenden Jahren wurde das Gesetz mehrmals bis 2019 geändert, als eine verbindliche Verordnung über die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und NHs hinzugefügt wurde [12]. Darüber hinaus wurden 2016 spezifische Abrechnungscodes für Hausärzte eingeführt [13]. Allerdings haben die NHs immer noch Schwierigkeiten mit der Umsetzung, da sie unabhängig verhandeln müssen, was bedeutet, dass sie mit viel Bürokratie umgehen [12].

Bisher haben die neuen Vorschriften nicht zum gewünschten Erfolg geführt, nämlich zu einer effizienteren Verteilung der Ressourcen [14]. Der Forscher, der die statistische Analyse der primären Ergebnisparameter durchführt, wird nicht an der Durchführung der Studie beteiligt sein. Darüber hinaus wird dieser Forscher für die Gruppenverteilung von NHs und Gebietsansässigen geblendet. Die Analyse des Primärergebnisses basiert auf SHI-Anspruchsdaten für die Jahre 2018 bis 2020. Die Analyseebene für die primäre Ergebnismessung, d. h. die Krankenhausaufenthaltsrate, ist die zweite Clusterebene (Pflegeeinrichtungen, n = 16 pro Gruppe, insgesamt 32). Die primäre statistische Analyse wird als Absichtsanalyse durchgeführt, wobei erste und wiederkehrende Krankenhausaufenthalte als abhängige Variable in einem generalisierten linearen gemischten Modell verwendet werden, wobei die Intervention als fester Effekt und Cluster als Zufallseffekt verwendet werden. Ein konstanter Multiplikationsdispersionsparameter wird geschätzt, um die Abhängigkeit von wiederkehrenden Ereignissen zu berücksichtigen.